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05. Januar 2017

Künstliche Intelligenz ersetzt Mitarbeiter: Wie funktioniert IBMs Watson?

IBM Fellow Berni Schiefer erklärt die künstliche Intelligenz "Watson" © Christian Augustin / IT-Tage 2016
IBM Fellow Berni Schiefer erklärt die künstliche Intelligenz "Watson" © Christian Augustin / IT-Tage 2016

Eine japanische Versicherung ersetzt 34 Mitarbeiter durch eine künstliche Intelligenz (KI). Ihr Name: Watson. Welche Implikationen der Fortschritt der KI hat? Da gibt es sicher einigen Diskussionsbedarf. Doch wie funktioniert so einer wie Watson?

Berni Schiefer ist IBM Fellow. Seit der Einführung des IBM Fellow-Programmes durch T. J. Watson - das war 1963 - gingen hieraus hunderte Patente und einige Nobelpreisträger hervor. Darunter sind namhafte und schillernde Gestalten wie die Nobelpreisträger Gerd Binnig und Heinrich Rohrer. Sie entwickelten das Rastertunnelmikroskop. Dann gibt es noch Georg Bednorz und Karl Alexander Müller, ohne sie gäbe es keine Hochtemperatursupraleiter. Auch Leo Esaki war IBM Fellow. Er ist der Erfinder der Esaki-Diode.

Weitere bekannte Preisträger sind der Mathematiker Benoît Mandelbrot (Pionier der Fraktale) und die Gewinner des Turing Awards John Backus (Programmiersprache Fortran) und Ken Iverson (APL und interaktive Systeme). Edgar Codd lernt jede/r Informatik-Studierende kennen: Er ist der Vater aller relationalen Datenbanken. John Cocke brachte Compiler und die RISC-Architektur. Weitere Pionierleistungen von IBM Fellows waren unter anderem die ersten Festplattenlaufwerke (Reynold Johnson, 1956), DRAM (Robert Dennard 1966), ISA (AT-Bus, Mark Dean), der Trackpoint (Ted Selker) und die Datenbank-Abfragesprache SQL (Donald Chamberlin 1974).

Und jetzt kommt Berni Schiefer und spricht über Watson. Er führt die Analytics-Gruppe bei IBM an. Sein Ziel: Die Revolutionierung der Softwareentwicklung. Nicht weniger. Watson ist ein Computerprogramm aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz. Es wurde von IBM erstellt, um Antworten auf Fragen zu geben, die in natürlicher Sprache gestellt werden. Das nach Thomas J. Watson, einem der ersten Präsidenten von IBM, benannte Programm wurde als Teil des DeepQA-Forschungsprojektes entwickelt.

Wie leistungsfähig Watson inzwischen ist, zeigte er - oder sollte man sie sagen? - in drei vom 14. bis 16. Februar 2011 ausgestrahlten Folgen der Quizsendung Jeopardy! mit zwei menschlichen Gegnern. Letztere hatten zuvor in der Show Rekordsummen gewonnen. Die Partie, für die ein Preisgeld von einer Million Dollar vergeben wurde, galt daher in den Medien als vergleichbar mit dem Duell des Schachweltmeisters Garri Kasparow gegen den Computer Deep Blue. Watson gewann das Spiel. Sein Stand am Ende des Spiels: 77.147 US-Dollar gegenüber den 24.000 bzw. 21.600 Dollar seiner menschlichen Konkurrenten. 

Jetzt plant eine japanische Versicherung mehr als 30 Mitarbeiter durch die Watson-Platform zu ersetzen. Die KI soll Namen und Daten der Versicherten sowie deren medizinische Vorgeschichte prüfen und bewerten. Und das ist sicher nur der Anfang.

Wie Watson funktioniert? Berni Schiefer erklärte es in seiner Keynote während der IT-Tage im Dezember 2016. Sie ist hier zu sehen:

In Watson wurden Algorithmen der natürlichen Sprachverarbeitung implementiert. Die Basis ist maschinelles Lernen. Watson ist im Grunde eine komplette Plattform. Sie enthält Softwaremodule zur Bildung von Hypothesen, deren Analyse und Bewertung und greift dazu auf eine Aussagensammlung und umfangreiche Textbestände zurück.

Wo wird künstliche Intelligenz eingesetzt?

Was die japanische Versicherung Fukoku Mutual Life Insurance Company nun vor hat, klingt zunächst wie Zukunftsmusik. Doch viele Unternehmen weltweit setzen ähnliche Software längst ein. Auch einige deutsche Versicherungen nutzen in der Sachbearbeitung den Supercomputer Watson oder andere lernende Systeme. Dazu zählt die öffentlich-rechtliche Versicherungskammer Bayern. Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG nutzt Watsons kognitive Technologien in Geschäftsbereichen wie der Wirtschaftsprüfung. Und Watson unterstützt den weltweit ersten Roboter-Concierge "Connie" in den Hilton-Hotels. 

Wie funktionieren Cognitive Analytics, künstliche Intelligenz KI und Watson?

Wer mehr zur Funktionsweise von Cognitive Analytics, künstlicher Intelligenz und Watson wissen möchte, findet hier weitere Informationen:

AH

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