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26. Januar 2018

Rezept per E-Mail

Spätestens seit die Landesärztekammer in Baden-Württemberg die Fernbehandlung von Patienten in einem Modellprojekt mit TeleClinic genehmigt hat, ist Telemedizin kein Fremdwort mehr. Für die Sicherheit und den Datenschutz sorgt das Frankfurter Unternehmen IBM.

Keine Wartezeiten und fast rund um die Uhr erreichbar – sogar am Wochenende oder an Feiertagen. Das verspricht TeleClinic, eine digitale Gesundheitsplattform, welche sich als Start-up in München gründete. Patienten haben deutschlandweit die Möglichkeit, Fragen rund um ihre Gesundheit zu stellen, ob mit dem Smartphone, Tablet oder per Videokonferenz. Dabei werden die Anrufer zunächst an eine medizinische Assistenz von TeleClinic vermittelt, die dann den Kontakt zu einem Arzt herstellt. Mittlerweile haben sich über 200 Fach- und Allgemeinärzte dort registrieren lassen.

Baden-Württemberg geht sogar einen Schritt weiter: Seit Januar 2018 können sich Privatpatienten telemedizinisch behandeln lassen und bekommen ihre verschriebenen Rezepte bequem per E-Mail zugeschickt. Ab März wird diese Möglichkeit auch gesetzlich Versicherten zur Verfügung stehen.

Herausforderung Datenschutz  

Durch die Entwicklung einer eigenen Software wird es Patienten und Ärzten erlaubt, auch Dateien wie Röntgenaufnahmen oder Fotos direkt in die Beratung mit einzubeziehen. Hochgeladen werden diese Daten aus der Cloud von IBM. "Unser Cloud-Angebot haben wir 2018 auf die spezifischen Anforderungen des europäischen Marktes zugeschnitten, so dass die IBM Cloud in Sachen Sicherheit, Flexibilität und Datenzugriff branchenübergreifend unsere Kundenwünsche erfüllen kann", sagt Yasser Eissa, Vice President IBM Watson & Cloud Platform Europe.

Dadurch, dass die Frankfurter IBM Cloud nicht nur auf Open Source-Standards basiert und auch in Deutschland betrieben wird, unterliegt die Datenhaltung der deutschen Rechtsgrundlage. Ein essentielles Argument, da bei der medizinischen Beratung und Behandlung sowohl Datensicherheit als auch Datenschutz an höchster Stelle stehen. Außerdem bietet die IBM Cloud zahlreiche kognitive Watson-Services, die TeleClinic für verschiedene Anwendungen nutzen kann. Mittels dieser Technologie wäre es denkbar, intelligente Analysen bei Patienten mit Bluthochdruck durchzuführen. Hierbei könnten unterschiedliche Informationen zu chronischen Erkankungen, Gewichtsveränderungen oder Beweglichkeit des Patienten erfasst, ausgewertet und in Beziehung zueinander gesetzt werden. In Folge dessen könnten eventuelle Krankheitsverläufe vorhergesagt und mögliche Behandlungen frühzeitig eingeleitet werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Modellprojekt auch außerhalb der Grenzen von Baden-Württemberg, durchsetzen wird.

LG

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