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31. Oktober 2018

IBM will Red Hat für 34 Milliarden Dollar kaufen

IBM hat die Übernahme des Linux-Entwicklers und Cloud-Software-Anbieters Red Hat angekündigt. Mit dem 34-Milliarden-US-Dollar-Kauf will der IT-Riese vor allem sein Cloud-Geschäft stärken und erweitern.

Mit der Übernahme von Red Hat ereignet sich einer der größten Deals der US-Tech-Geschichte. IBM wird damit nach eigenen Angaben zum größten Hybrid-Cloud-Anbieter der Welt. Das Unternehmen will pro Red-Hat-Aktie 190 US-Dollar zahlen und damit fast zwei Drittel mehr als die Papiere bei Börsenschluss am Freitagabend wert waren – nämlich 105 US-Dollar. Beide Führungsgremien der Unternehmen haben bereits ihre Zustimmung übermittelt. Nun sei noch abzuwarten, ob die Red-Hat-Aktionäre sowie die Aufsichtsbehörde grünes Licht geben. Wenn es zu einer Einigung kommt, soll der Zukauf in der zweiten Jahreshälfte 2019 stattfinden.

Erhofftes Wachstum

IBM erhofft sich innerhalb der ersten zwölf Monate einen deutlichen Zuwachs bei Umsatz, Cash-Flow und Bruttoeinnahmen. Außerdem sollen die Anteilseigner von soliden und wachsenden Dividenden profitieren. Des Weiteren erklärte IBM jedoch, dass aufgrund der Übernahme das geplante Aktienrückkaufprogramm in den Jahren 2020 und 2021 ausgesetzt werden soll.

IBM-Chefin Ginni Rometty bekräftigte in einer Pressemitteilung, dass nicht Linux, sondern das Red-Hats-Cloud-Geschäft bei der Übernahme im Mittelpunkt stünden: "Die Übernahme von Red Hat ist ein Wendepunkt. Es verändert alles am Cloud-Markt. IBM wird der weltweit führende Hybrid-Cloud-Anbieter werden und Unternehmen die einzige offene Cloud-Lösung anbieten, die den vollen Wert der Cloud für ihre Unternehmen erschließt." Sie sieht dabei viel Potential in Unternehmen, die bisher Rechenleistung in der Cloud mieten, um Kosten zu senken. Rometty sieht die zukünftige Aufgabe der Cloud darin, den realen Geschäftswert zu steigern und das Wachstum voranzutreiben. Dabei seien "Umstellungen von Geschäftsanwendungen auf eine hybride Cloud, die Extraktion von mehr Daten und die Optimierung aller Bereiche des Unternehmens" wichtige Herausforderungen. IBM möchte deshalb weiterhin den Zuwachs an Red-Hat-Technologien hinsichtlich hybrider Clouds unterstützen. Denn diese sind seit einiger Zeit ausschlaggebend für den Umsatz, der in diesem Jahr erstmal drei Milliarden US-Dollar überschreiten dürfte.

Weiterhin Open Source?

Red Hat soll als eigenständige Abteilung innerhalb von IBMs Hybrid-Cloud-Team agieren. Außerdem bekennt sich IBM zu Red Hat als Open-Source-Entwickler und als Teil der Open-Source-Community. Initiativen wie Patent Promise, GPL Cooperation Commitment, Open Invention Network und LOT Network werden weiterhin gefördert.

LG

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