Über unsMediaKontaktImpressum
05. November 2019

Studie zu Führungskräften: Was Angestellte über ihre Vorgesetzten berichten

Bloßstellen vor Kollegen, Mobbing oder persönliche Beleidigungen durch den Chef: Jede dritte Fachkraft in Deutschland – allesamt Nichtakademiker – hat schon mal wegen des Chefs gekündigt. Das zeigt eine Studie des Marktforschungsinstituts respondi im Auftrag des Stellenportals von meinestadt.de. Welche Betriebe am häufigsten von schlechter Führungsarbeit betroffen sind und welche die "schlimmsten" und die "schönsten Erlebnisse" mit dem Vorgesetzten waren, fand die Umfrage ebenfalls heraus.

"Cholerische Anfälle wegen Nichtigkeiten. Das rüttelt an den Nerven." Oder auch: "Er hat mich vor allen anderen Mitarbeitern angeschrien und zur Schnecke gemacht und mich damit sogar zum Weinen gebracht. Daraufhin habe ich gekündigt." Insbesondere Fachkräfte müssen sich oftmals mit cholerischen, zynischen oder unangebrachten Äußerungen seitens der Vorgesetzten auseinandersetzen. Laut der Umfrage des Marktforschungsinstituts respondi haben 30,2 Prozent der Fachkräfte schon einmal ihren Job wegen ihres Chefs gekündigt. Für die Studie wurden rund 2.000 Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung, aber ohne Studium, also Nichtakademiker, aus diversen Branchen befragt. Dabei sollten sie ihre Vorgesetzten mit Schulnoten bewerten. Das Ergebnis lässt sich im Schnitt sehen: Jeder Zweite antwortete mit "Gut" oder "Sehr gut". Auf der anderen Seite bewertete jeder Fünfte seinen Chef mit "Ausreichend" oder sogar schlechter. Durch alle Branchen hinweg lag die Durchschnittsnote bei 2,67, also eine 3+.

Kleinere Betriebe besonders betroffen

Die Umfrage ergab auch, dass die Chefs, die aus dem Handwerk kommen, am besten abgeschnitten haben, Führungskräfte im Handel und Logistik am schlechtesten. Die Größe des Unternehmens spielt ebenfalls eine Rolle bei der Kündigung. So kam bei der Studie heraus, dass in kleineren Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern, 36 Prozent wegen ihres Chefs bereits einmal ihren Job verlassen haben. Bei Arbeitgebern mit mehr als 500 Mitarbeitern liebt der Anteil bei 25,4 Prozent.

"Meine Frau hatte einen Schlaganfall bekommen und mein Chef wollte mich nicht gehen lassen."

Zudem wurden Teilnehmer*innen zu den "schönsten" und "schlimmsten Erlebnissen" mit ihren Vorgesetzten befragt. Rund 1.000 Befragte berichteten von besonderen Negativ-Beispielen aus dem Job-Alltag: "Cholerisch gebrüllt, geschrien und mit Ordnern geworfen." Aber auch: "Dass meine Vorgesetzte mich gezwungen hat, 21 Tage ohne Pause durchzuarbeiten." Andere berichteten davon, dass ihnen zum Beispiel der Gang zur Toilette verweigert wurde.

Über schöne und positive Erlebnisse mit dem Chef berichteten mehr als 1.600 Teilnehmer: "Als es mir privat nicht gut ging, hat er Stress und Arbeit von mir ferngehalten." Oder auch: "Dass mein Chef vor anderen sagt, dass er weiß, was er an mir hat und dass er viel Wert auf meine Aussagen legt." Dabei ging es bei den "schönsten Erlebnissen" oft um Wertschätzung durch Lob vor anderen Kolleg*innen oder um das Aushelfen in persönlicher Not oder Stresslagen. Andere Befragte erzählten von kleinen Aufmerksamkeiten wie dem Blumenstrauß zum Firmenjubiläum oder einem Schokonikolaus am 06. Dezember.

Die Ergebnisse der repräsentativen Studie berufen sich auf den ersten Teil der Studie. Die vollständige Studie wird ab Mitte November veröffentlicht.

LG

Sie möchten zukünftig per Newsletter der Informatik Aktuell informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.

Das könnte Sie auch interessieren
botMessage_toctoc_comments_9210