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Martin Kopp 29. November 2016

SQL Server 2016 Reporting Services

Endlich ist es soweit. Microsoft hat sich lange Jahre nicht richtig zur Zukunft der Reporting Services im SQL Server geäußert. Nicht wenige behaupteten daher, dass dieses Werkzeug irgendwann abgelöst wird. Microsoft hat zusätzlich zur Verwirrung beigetragen, indem immer wieder neue Werkzeuge aufgelegt wurden und insgesamt der rote Faden fehlte. Nach den letzten Anpassungen bei den Reporting Services 2008 R2 (im Jahr 2010) hat Microsoft diverse Werkzeuge auf den Markt gebracht, die ebenfalls Reporting in verschiedenen Ausprägungen bedient haben. So wurde Power BI (Power Query, Power View, Power Maps und Power Pivot) in Excel integriert. Power View wurde zusätzlich in SharePoint integriert. Datazen wurde gekauft. Power BI wurde im Rahmen der Azure Aktivitäten immer weiter vorangetrieben. Was aber wird aus den Reporting Services als Bestandteil vom SQL Server?

Es geht weiter! Mit der aktuellen Version 2016 vom SQL Server hat Microsoft klar gezeigt, dass die Reporting Services in Zukunft weiter eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Microsoft-BI-Strategie spielen werden. In diesem Artikel stelle ich die wichtigsten und aus meiner Sicht interessantesten Neuerungen vor.

Was gibt es Neues?

Portal

Das doch eher etwas angestaubt wirkende Portal (seit der Version 2008 R2 im Jahr 2010 nicht mehr angepasst) wurde durch eine komplett überarbeitete Version ausgetauscht. Das Design wirkt viel ansprechender als bisher. Endlich ist es möglich, Anpassungen am Design vorzunehmen. So kann das eigene Logo integriert werden und jeder Bereich kann mit einer individuellen Farbe versehen werden. Die Einstellungen dafür sind in einer XML-Datei vorzunehmen und können über das Portal hochgeladen werden (s.Abb.1).

Key Performance Indicators (KPIs)

Im Portal können mit wenigen Mausklicks KPIs angelegt werden. Hierzu wird eine Datenquelle angegeben (entweder ein Shared Dataset oder fest eingegebene Werte) und die Zahlen können in einer Kachel dargestellt werden. Je nach Wunsch kann die Kachel mit einer kleinen Trend-Grafik versehen werden. Dazu kann die Farbe automatisch bestimmt werden (Auswahl aus den Ampelfarben oder schwarz für neutral). Ein Beispiel ist in Abb.2 zu finden.

Mobile Berichte

Diese sind meiner Meinung nach das absolute Highlight der Version 2016. Für mobile Berichte wurden die von Datazen in 2015 akquirierten Komponenten nahtlos in das Portal integriert. Die Entwicklung erfolgt über die Anwendung "Publisher für mobile Berichte", die über das Portal zur Installation auf dem Desktop zur Verfügung gestellt wird. Nach der Einbindung der Datenquellen (entweder als Shared DataSet vom Reportserver oder aus Excel) können verschiedene grafische Elemente ausgewählt werden. Dazu gehören Navigation, Messanzeigen, Diagramme, Karten und Datenraster. Die Elemente können dann auf dem Bildschirm in einem Raster platziert werden. Gerade hier liegt der riesige Vorteil in diesem Produkt. Es kann zwischen Master (Desktop), Tablet und Telefon unterschieden werden. Es ist also möglich, einen Bericht auf dem jeweiligen Gerät anders darzustellen. Die Erkennung der Geräte erfolgt dabei automatisch. In Abb.3 ist ein Beispiel für einen Bericht im Publisher für mobile Berichte.

Neue Charttypen

Immer wenn es bei den Reporting Services Neuerungen gab, wurden zusätzliche Charttypen zur Verfügung gestellt. So auch diesmal. Neu hinzugekommen sind Sunburst und Treemap. In Abb.4 ist ein Beispiel für Treemap zu sehen.

Power BI

Der ein oder andere wird sich über das Stichwort Power BI im Zusammenhang mit den Reporting Services wundern. Waren beide doch bisher eher parallele Universen. Mit der Version 2016 rücken die beiden Produkte näher aneinander. So ist es möglich, in SQL Server 2016 Reporting Services erstellte Reports an das Power BI Dashboard anzuhängen. So gelingt die Verbindung zwischen On Premise (Reporting Services) und Cloud (Power BI).

Weitere Neuigkeiten

An einigen Stellen wurden weitere Änderungen oder Erweiterungen vorgenommen. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch folgende Punkte:

  • Modernes HTML 5 Rendering ermöglicht die Darstellung in jedem modernen Browser.
  • Der Export nach PowerPoint ist nun möglich.
  • Der Parameterbereich bei Berichten kann individualisiert werden.
  • Es gibt eine gut gemachte Favoritenansicht.
  • Und noch einige weitere Detailverbesserungen.

Fazit

Das Geheimnis ist gelüftet. Microsoft hat mit dem SQL Server 2016 die Reporting Services stark ausgebaut. Die Akquisition der Firma Datazen wurde sinnvoll integriert und die Annäherung an das Cloud-Reporting mit Power BI ist ebenfalls gelungen. Insgesamt ist festzuhalten, dass es Microsoft gelungen ist, wieder zu anderen BI-Anbietern aufzuschließen und sogar die Führung zu übernehmen. Übrigens ist Gartner ebenfalls dieser Meinung und zeigt Microsoft als einen der Leader mit einer ausgereiften Vision vor anderen Anbietern in seinem Gartner BI Quadranten [1].

Autor

Martin Kopp

Martin Kopp ist Geschäftsführer der arelium GmbH. Als Microsoft-Partner und zertifizierter Microsoft Certified Solution Expert Business Intelligence unterstützt er seine Kunden bei der Auswahl der Architektur, bei der Modellierung...
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