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Silvia Hildebrandt 10. Oktober 2023

Zirkuläre IT: Ein Leitfaden

... zur Auswahl von Remarketing-, Refurbishing- und Remanufacturing-Dienstleistern

In der pulsierenden Welt der IT steht eine Revolution bevor, die das Potenzial hat, unsere Herangehensweise an Technologieprodukte grundlegend zu verändern. Willkommen im Zeitalter des Remarketings, Refurbishings und Remanufacturings!

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jedes Gerät, das Sie besitzen, nicht nur einmal, sondern mehrmals seinen Wert beweist. Eine Welt, in der alte Technologien nicht einfach weggeworfen werden, sondern neues Leben eingehaucht bekommen. Das ist die Magie von Remarketing, Refurbishing und Remanufacturing. Es geht nicht nur darum, Ressourcen zu sparen, sondern auch darum, den wahren Wert von Technologie zu erkennen und zu nutzen. Doch wie wählt man den richtigen Dienstleister in diesem Bereich aus?

Bei Remarketing geht es darum, Produkte wieder auf den Markt zu bringen und sicherzustellen, dass sie ihren Weg zu denjenigen finden, die sie am meisten schätzen. Ein guter Remarketing-Dienstleister versteht den Markt, die Bedürfnisse der Kunden und wie man den Wert eines Produkts maximiert.

Refurbishing hingegen ist die Kunst, älteren Geräten neues Leben einzuhauchen. Es geht darum, sie nicht nur funktionsfähig, sondern auch so gut wie neu zu machen. Hier suchen wir nach Dienstleistern, die ein tiefes technisches Verständnis und eine Leidenschaft für Perfektion haben.

Remanufacturing schließlich geht noch einen Schritt weiter. Es geht nicht nur darum, ein Produkt zu reparieren, sondern es von Grund auf neu zu gestalten, um seine Lebensdauer zu verlängern. Ein Remanufacturing-Dienstleister sollte in der Lage sein, über den Tellerrand hinauszuschauen und innovative Lösungen für komplexe Probleme zu finden.

Eines haben alle Schritte gemeinsam: Sie machen die IT kreislaufförmig und tragen maßgeblich zur Einsparung von Emissionen bei. Es ist Zeit, nachhaltige Entscheidungen zu treffen und Dienstleister zu wählen, die diese Vision teilen.

Das Konzept der zirkulären IT

Die zirkuläre Wirtschaft ist ein Konzept, das in der IT-Branche an Relevanz gewinnt. Dies liegt nicht nur daran, dass Technologieprodukte oft wertvolle und seltene Materialien enthalten, die wiederverwendet und recycelt werden können, sondern auch daran, dass immer mehr Verbraucher und Unternehmen nach nachhaltigen Lösungen suchen.

Die traditionelle lineare Wirtschaftsweise, bei der Produkte nach Gebrauch weggeworfen werden, ist ineffizient und schädlich für die Umwelt. Sie führt zur Übernutzung von natürlichen Ressourcen, zur Produktion von Elektroschrott in riesigen Mengen und zu erheblichen Umweltauswirkungen. Die Kreislaufwirtschaft hingegen strebt danach, Ressourcen so lange wie möglich in der Wertschöpfungskette zu halten und Abfall zu minimieren.

Warum ist die zirkuläre Wirtschaft so bedeutsam für die IT-Branche? Technologieprodukte wie Smartphones, Tablets und Laptops bestehen aus einer Vielzahl von Materialien, darunter seltene Erden, Metalle und Kunststoffe. Diese Materialien sind begrenzt und oft schwierig abbaubar. Die Kreislaufwirtschaft bietet die Möglichkeit, diese Ressourcen effizienter zu nutzen, indem sie Produkte länger am Leben hält und Materialien recycelt.

Vorteile einer zirkulären IT-Strategie

Die Umstellung auf zirkuläre Geschäftsmodelle erfordert ein Umdenken. Statt Produkte nach kurzer Nutzungsdauer wegzuwerfen, sollten sie länger eingesetzt und nach ihrem Lebenszyklus wiederverwendet oder recycelt werden. Dies erfordert die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, die die Prinzipien des Refurbishings, des Remarketings und des Remanufacturings verstehen und umsetzen.

Eine zirkuläre IT-Strategie birgt eine Fülle von Vorteilen, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die Daten und Fakten verdeutlichen diese Vorteile:

  1. Kosteneinsparungen: Der Kauf neuer IT-Geräte in kurzen Vertragszyklen ist teuer. Tatsächlich können die Gesamtkosten für den Kauf und die Nutzung eines kompletten Computer-Arbeitsplatzes durch die Verlängerung der Lebensdauer von drei auf sechs Jahre um erstaunliche 28 Prozent oder 527 Euro über einen Zeitraum von 10 Jahren reduziert werden. Selbst wenn die Kosten für die Aufrüstung von 50 Prozent der Notebooks mit neuem RAM, SSD und Batterie berücksichtigt werden, ergeben sich erhebliche Einsparungen.
  2. Energieeffizienz: Die Einsparungen beim Kauf neuer, energieeffizienterer Notebooks sind minimal. Der Wechsel von einem Dreijahreszyklus zu einem Sechsjahreszyklus führt zu einer Stromkostenersparnis von lediglich zwei Euro pro Notebook-Computer. Dies entspricht etwa sechs Kilogramm CO2 pro Gerät. Im Vergleich zu den gesteigerten Anschaffungskosten und den zusätzlichen Treibhausgasemissionen bei der Herstellung neuer Geräte ist dieser Effekt vernachlässigbar.
  3. Wiederverwendung und Weiterverkauf: Der Weiterverkauf oder die Wiederverwendung von IT-Produkten, die nicht mehr den Anforderungen Ihrer Organisation entsprechen, ist äußerst rentabel. Ein drei Jahre alter Notebook-Computer kann beispielsweise für etwa 100 Euro an einen professionellen Refurbisher verkauft werden. Durch den Kauf gebrauchter Geräte können größere Einsparungen erzielt und die Gesamtbetriebskosten erheblich reduziert werden. Tatsächlich kosten neuwertige, aufgerüstete Notebook-Computer etwa 40 Prozent weniger als brandneue Produkte.
  4. Umweltfreundlichkeit: Die Verlängerung der Lebensdauer von IT-Produkten reduziert nicht nur den ökologischen Fußabdruck, sondern trägt auch zur Schonung begrenzter natürlicher Ressourcen bei. Durch die Wiederverwendung von Komponenten und Materialien in der Herstellung neuer Produkte kann der Bedarf an Rohstoffen aus der Natur erheblich reduziert oder sogar eliminiert werden. Dies ist nicht nur umweltfreundlich, sondern spart auch wertvolle Ressourcen.
  5. Kreislaufwirtschaft fördern: Eine zirkuläre IT-Strategie steht im Einklang mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, bei der Produkte so lange wie möglich in Gebrauch gehalten werden, um Ressourcen zu sparen und den Wert zu erhalten. Durch die Umsetzung dieser Strategie tragen Organisationen aktiv zur Förderung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei. Sie unterstützen globale Bemühungen zur Reduzierung von Abfall und Umweltauswirkungen und setzen ein starkes Zeichen für ökologische Verantwortung.

Remarketing, Refurbishing und Remanufacturing von IT

In der modernen Geschäftswelt sind Begriffe wie "Remarketing", "Refurbishing" und "Remanufacturing" nicht nur Schlagworte, sondern entscheidende Strategien für nachhaltiges und wirtschaftliches Wachstum. In der heutigen IT-Landschaft betreiben Remarketing-Dienstleister oft auch Refurbishing, während Remanufacturing-Dienstleister in vielen Fällen sowohl Remarketing als auch Refurbishing anbieten. Dies zeigt die Verschmelzung und Überschneidung dieser Bereiche, die darauf abzielen, den Lebenszyklus von IT-Produkten zu verlängern und gleichzeitig wirtschaftliche und ökologische Vorteile zu erzielen. Doch was bedeuten diese Begriffe genau, und wie unterscheiden sie sich voneinander?

Remarketing

Remarketing bezieht sich auf den Prozess des Wiederverkaufs von gebrauchten IT-Produkten. Die Vorteile des Remarketings umfassen Kosteneinsparungen, die Möglichkeit, ausgemusterte Geräte zu monetarisieren und die Reduzierung von Elektroschrott. Ein Beispiel hierfür ist die Tatsache, dass ein drei Jahre altes Notebook an einen professionellen Refurbisher für etwa 100 Euro verkauft werden kann. Allerdings gibt es auch Herausforderungen, wie die Notwendigkeit, den Zustand und die Funktionsfähigkeit der Geräte sicherzustellen und geeignete Käufer zu finden. Es besteht auch das Risiko, dass vertrauliche Daten nicht ordnungsgemäß gelöscht werden, was zu Datenschutzproblemen führen kann.

Refurbishing

Refurbishing bezieht sich auf den Prozess der Überholung und Aufwertung von gebrauchten IT-Produkten, um ihre Lebensdauer zu verlängern. Dies kann den Austausch von Batterien, die Erweiterung des Speichers oder den Ersatz von Festplatten durch SSDs beinhalten. Der Kauf von refurbishten Notebooks kann zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Ein aufgewertetes Notebook kostet in der Regel 40 Prozent weniger als ein vergleichbares neues Produkt. Allerdings gibt es Grenzen beim Refurbishing, da nicht alle Komponenten ausgetauscht werden können oder es unwirtschaftlich sein kann, bestimmte Teile zu ersetzen. Es besteht auch das Risiko, dass die aufgewerteten Produkte nicht die gleiche Leistung oder Zuverlässigkeit wie neue Produkte bieten.

Remanufacturing

Remanufacturing geht über das einfache Refurbishing hinaus und beinhaltet eine umfassendere Überholung des Produkts. Es kann den Austausch von mehr Komponenten und eine gründlichere Überprüfung und Zertifizierung beinhalten. Der wesentliche Unterschied zum Refurbishing besteht darin, dass beim Remanufacturing das Produkt in einen Zustand versetzt wird, der dem eines neuen Produkts sehr nahe kommt. Dies kann jedoch auch höhere Kosten verursachen, da der Prozess intensiver ist und möglicherweise teurere Teile erfordert.

  • Verfügbarkeit: Nicht alle Produkte sind für das Remanufacturing geeignet.
  • Preisbeispiel: Ein Produkt, das ursprünglich 1.000 Euro gekostet hat, kann nach dem Remanufacturing für 700 Euro verkauft werden, bietet aber die gleiche Qualität und Leistung wie ein brandneues Produkt.

Insgesamt bieten alle drei Ansätze Unternehmen die Möglichkeit, Kosten zu sparen, ihre ökologische Bilanz zu verbessern und gleichzeitig hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu erhalten. Es ist jedoch wichtig, die Unterschiede und Herausforderungen jedes Ansatzes zu verstehen, um die beste Strategie für das jeweilige Unternehmen zu wählen.

Energieeffizienz und Umweltauswirkungen

Viele elektronische Produkte sind in Bezug auf den Energieverbrauch effizienter geworden. Allerdings zeigt eine Analyse, dass die Produktion eines Notebook-Computers den Großteil der gesamten Treibhausgasemissionen während seines Lebenszyklus ausmacht.

Der Effekt, den wir hier betrachten, hebt die Diskrepanz zwischen den Bemühungen zur Steigerung der Energieeffizienz von Notebooks und der tatsächlichen Umweltauswirkung über ihre gesamte Lebensdauer hervor. Während auf den ersten Blick eine Steigerung der Energieeffizienz um 10 oder 20 Prozent als bedeutender Fortschritt erscheinen mag, zeigt die tatsächliche Rechnung ein anderes Bild.

Wenn ein Notebook um 10 Prozent energieeffizienter wird, müsste es, um die durch seine Produktion verursachten Treibhausgasemissionen auszugleichen, zwischen 33 und 88 Jahren in Betrieb sein. Bei einer Steigerung von 20 Prozent liegt dieser Zeitraum immer noch zwischen 17 und 44 Jahren. In der Praxis ist es jedoch unwahrscheinlich, dass ein Notebook so lange genutzt wird, was bedeutet, dass trotz der verbesserten Energieeffizienz die Umweltauswirkungen über die gesamte Lebensdauer des Geräts nicht signifikant reduziert werden.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit, nicht nur die Energieeffizienz während der Nutzung, sondern auch die Umweltauswirkungen während der Produktionsphase zu berücksichtigen. Es betont auch die Bedeutung von Ansätzen wie dem Refurbishing und Remanufacturing, um die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und ihre gesamten Umweltauswirkungen zu minimieren.

Wirtschaftlichkeit einer zirkulären IT

Die wirtschaftliche Dimension von Remarketing, Refurbishing und Remanufacturing ist ein entscheidender Faktor, der Unternehmen nicht nur zu nachhaltigeren Praktiken, sondern auch zu rentableren Geschäftsmodellen führt. Diese Ansätze bieten außer ökologischen Vorteilen auch erhebliche Kosteneinsparungen und neue Einnahmequellen. Im folgenden Abschnitt werden wir uns die wirtschaftlichen Aspekte dieser drei "R"s genauer ansehen und anhand eines praxisnahen Beispiels veranschaulichen, wie sie in der realen Geschäftswelt umgesetzt werden können.

Die lineare Nutzung von Hardware über einen Zeitraum von 6 Jahren, gefolgt von einem Verkauf zum Restwert von nur 100 Euro, ist wirtschaftlich ineffizient, da der Großteil des ursprünglichen Investitionswerts verloren geht und keine weiteren Einnahmequellen während des Lebenszyklus' des Geräts generiert werden.

Diese Abbildung zeigt eindrücklich, wie durch eine zirkuläre IT-Strategie erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden können. Durch den Verkauf von gebrauchter Hardware und den Erwerb von aufbereiteten Geräten kann das Unternehmen in diesem Beispiel insgesamt 400 Euro einsparen. Dies entspricht 40 Prozent der Anschaffungskosten eines neuen Notebooks. Es verdeutlicht, dass das Unternehmen durch die Anwendung einer zirkulären IT-Strategie 40 Prozent der Kosten im Vergleich zum Kauf eines brandneuen Notebooks einsparen kann.

Zusammengefasst belegen die Zahlen und Fakten eindrucksvoll, dass eine zirkuläre IT-Strategie nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch hohe finanzielle Vorteile bietet. Sie führt zu erheblichen Kosteneinsparungen, senkt den ökologischen Fußabdruck und fördert die Verantwortung im Umgang mit begrenzten Ressourcen. Unternehmen und Organisationen sollten diese klaren Vorteile nutzen, um ihre IT-Strategien zu überdenken und in eine nachhaltigere Richtung zu lenken.

Die IT-Branche kann durch die Implementierung zirkulärer Geschäftsmodelle sowohl zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks beitragen als auch langfristige Wettbewerbsvorteile erzielen. Es ist an der Zeit, kluge Entscheidungen zu treffen und Dienstleister zu wählen, die diese Vision teilen. Dieser Wandel eröffnet nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Chancen und ist ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft für die IT-Branche und darüber hinaus.

Die Auswahl des richtigen Dienstleisters

In der dynamischen Welt des zirkulären Wirtschaftens stehen Unternehmen vor der Herausforderung, den richtigen Dienstleister zu wählen. Die Auswahl beeinflusst nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern auch die Nachhaltigkeit und Sicherheit des gesamten Prozesses. In den folgenden Kapiteln werden wir uns intensiv mit den verschiedenen Aspekten der Dienstleisterauswahl beschäftigen:

Merkmale und Zertifizierungen

ISO-Zertifizierungen wie 14001, 27001 und 9001 sind nicht nur Stempel auf einem Papier. Sie sind ein Zeichen für Qualität, Sicherheit und Umweltbewusstsein. Ein Refurbishing- und Remanufacturing-Dienstleister mit diesen Zertifikaten hat bewiesen, dass er strenge Standards in Bezug auf Umweltmanagement, Informationssicherheit und Qualitätsmanagement einhält. Dies gibt Unternehmen das Vertrauen, dass ihre Hardware in sicheren und kompetenten Händen ist.

ISO-Normen. die außerdem interessant sein können:

  • ISO 45001 - Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die mit der physischen Aufbereitung von IT-Geräten befasst sind, um sicherzustellen, dass ihre Arbeitsumgebungen sicher sind und Arbeitsunfälle vermieden werden.
  • ISO 50001 - Energiemanagementsysteme: Für Unternehmen, die sich auf die Wiederverwendung und Aufbereitung von IT-Geräten spezialisiert haben, kann diese Norm dazu beitragen, den Energieverbrauch zu optimieren und die Energieeffizienz zu verbessern.
  • ISO 20400 - Nachhaltige Beschaffung: Diese Norm bietet Richtlinien für nachhaltige Beschaffungspraktiken, was für Unternehmen im IT-Refurbishing und -Remanufacturing relevant sein kann, wenn sie Komponenten oder Materialien für den Aufbereitungsprozess beschaffen.

Datenlöschung

Die sichere Löschung von Daten beeinflusst den Restwert von IT-Geräten. Es gibt verschiedene Löschmethoden:

  • Einfaches Löschen/Formatieren: Grundlegende Methode, aber oft rekonstruierbar
  • 3-fache Überschreibung: Daten werden dreimal überschrieben, was ihre Wiederherstellung erschwert
  • 7-fache Überschreibung (DoD 5220.22-M): Ein Standard des US-Verteidigungsministeriums, der für hohe Sicherheit sorgt
  • Physikalische Vernichtung: Die Zerstörung von Datenträgern ist sicher, aber nicht umweltfreundlich
  • Degaussing: Magnetische Löschung, nicht für SSDs geeignet
  • Verschlüsselung & Schlüssellöschung: Daten werden verschlüsselt und der Schlüssel gelöscht, wodurch sie unzugänglich werden

Das BSI betont, dass einfaches Löschen oft unzureichend ist.

Transport

Der Transport von IT-Geräten ist ein entscheidender Aspekt im Refurbishing-Prozess. Einige spezialisierte Dienstleister bieten den Luxus, direkt vor Ort zu verpacken, was besonders bei einer größeren Menge an Geräten nicht nur Zeit spart, sondern auch sicherstellt, dass die Geräte fachgerecht für den Transport vorbereitet sind. Dieser Service kann, je nach Wertigkeit und Menge der Geräte, sogar kostenfrei sein. Im Gegensatz dazu setzen andere Dienstleister auf externe Transportunternehmen, was zusätzliche Kosten mit sich bringen kann und das Risiko von Transportschäden oder Verlust erhöht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das bereitgestellte Transportmaterial. Rollbare Boxen und Polstermaterialien sind nicht nur praktisch, sondern schützen die Geräte auch vor möglichen Schäden. Im Sinne der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ist es zudem wünschenswert, dass diese Materialien wiederverwendet werden, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

Die Sicherheit während des Transports sollte ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Eine Direktfahrt, bei der die Geräte ohne Zwischenstopps vom Unternehmen direkt zum Refurbishing-Dienstleister gebracht werden, minimiert das Risiko von Diebstahl und Beschädigung. Abschließend ist es von großer Bedeutung, den genauen Zeitpunkt des Schadensübergangs zu klären, um im Falle eines Schadens zu wissen, wer die Verantwortung trägt. Insgesamt ist eine transparente Kommunikation mit dem Refurbishing-Dienstleister entscheidend, um den Transportprozess reibungslos und effizient zu gestalten.

Transparenz

Unternehmen sollten in der Lage sein, den Prozess von Anfang bis Ende zu verfolgen, von der Abholung der Geräte bis zur Datenlöschung und Wiedervermarktung. Online-Tracking-Systeme, Löschzertifikate und klare Kommunikation sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass der Refurbishing-Prozess reibungslos und transparent verläuft.

CO2-Ersparnis durch IT-Refurbishing: Transparenz und Nachvollziehbarkeit

In der heutigen Zeit, in der der Klimawandel und die Reduzierung von CO2-Emissionen im Mittelpunkt globaler Diskussionen stehen, gewinnt die CO2-Ersparnis durch den Kauf oder Verkauf von aufbereiteter Hardware immer mehr an Bedeutung. Unternehmen suchen nach Wegen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Hier kommt das IT-Refurbishing ins Spiel.

Transparenz in der Emissionsausweisung: Es ist unerlässlich, dass die Emissionsausweisung transparent und in jedem Schritt nachvollziehbar ist. Dienstleister, die eine CO2-Ersparnis ausweisen, sollten in der Lage sein, detaillierte Informationen darüber zu liefern, wie diese Einsparungen berechnet werden. Dies beinhaltet:

  • die Emissionen, die während des gesamten Prozesses der Hardware-Wiederherstellung anfallen
  • die Methodik und die Datenquellen, die zur Berechnung der Emissionen verwendet werden
  • Vergleichswerte, um die Emissionen von aufbereiteter Hardware mit denen von Neugeräten gegenüberzustellen.

Integration in den Klimabericht: Unternehmen, die ihre CO2-Ersparnis in ihren Klimaberichten, insbesondere im Hinblick auf Richtlinien wie die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) ausweisen möchten, sollten sicherstellen, dass die von den Refurbishing-Dienstleistern bereitgestellten Daten diesen Standards entsprechen. Dies gewährleistet nicht nur die Einhaltung von Vorschriften, sondern stärkt auch das Vertrauen der Stakeholder.

Vorsicht bei pauschalen Aussagen: Einige Dienstleister machen pauschale Aussagen wie "Durch den Kauf dieses Geräts werden drei Bäume gepflanzt." oder setzen die CO2-Ersparnis mit der von Neu-Hardware gleich, daher sollten solche Behauptungen genau geprüft werden. Es ist wichtig, dass Unternehmen verstehen, wie diese Zahlen zustande kommen und ob sie tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben.

Restwertbestimmung und Schadensbewertung

Die Bestimmung des Restwerts von IT-Geräten, insbesondere von Rechnern, Smartphones und Laptops, ist oft nicht so transparent, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Während viele annehmen, dass der Wert eines Geräts hauptsächlich von seinem Alter abhängt, spielen in Wirklichkeit Faktoren wie Prozessorgenerationen und Update-Fähigkeit eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt, dass viele Händler Markenvorlieben haben, da sie einen spezifischen Kundenkreis bedienen, was den Restwert insgesamt beeinflussen kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bewertungsmatrix oder der Schadenskatalog des Dienstleisters. Ein versprochener Restwert kann sich drastisch verringern, wenn beispielsweise in Fällen hochwertiger Hardware prozentuale Abzüge anstelle von festen Abzügen gewählt werden. Daher ist es ratsam, immer die Restwertmatrix zu vergleichen und nicht nur den tatsächlich angebotenen Preis.

Beispielrechnung: Nehmen wir an, der versprochene Restwert eines Laptops beträgt 250 Euro.
    * Fester Abzug für fehlendes Netzteil: 10 Euro
    * Fester Abzug für Kratzer: 15 Euro
    * Fester Abzug für BIOS-Passwort: 20 Euro
Gesamtabzug: 45 Euro
Tatsächlicher Restwert: 205 Euro

Im Vergleich dazu:
    * Prozentualer Abzug für fehlendes Netzteil: 5% von 250 Euro = 12,50 Euro
    * Prozentualer Abzug für Kratzer: 7% von 250 Euro = 17,50 Euro
    * Prozentualer Abzug für BIOS-Passwort: 10% von 250 Euro = 25 Euro
Gesamtabzug: 55 Euro
Tatsächlicher Restwert: 195 Euro

Wie aus dem obigen Beispiel ersichtlich, können prozentuale Abzüge zu einem niedrigeren Restwert führen als feste Abzüge. Interessanterweise kann eine prozentuale Bewertung in bestimmten Fällen vorteilhafter sein, insbesondere wenn die Hardware, bezogen auf ihre Prozessorgeneration und andere Komponenten, älter ist. In solchen Situationen kann der prozentuale Abzug zu einem positiveren Ergebnis führen als eine festgelegte preisliche Bewertung. Es ist also wichtig, den Kontext und den spezifischen Wert der Hardware zu berücksichtigen, um die optimale Bewertungsmethode auszuwählen.

Differenzierung zwischen Verkauf und Kauf von wiederaufbereiteter Hardware

Beim Kauf und Verkauf von Hardware gibt es Unterschiede, die beachtet werden sollten. Beim Kauf von Hardware ist beispielsweise ein Zustand, der als "sehr gut" beschrieben wird, oft gleichzusetzen mit Anbietern, die "hervorragender Zustand" angeben. Es gibt jedoch keine festgelegte Norm für die Zustandsbeschreibung, weshalb es wichtig ist, die Beschreibungen und Bewertungen sorgfältig zu lesen.

Beim Verkauf gibt es Anbieter, die bei leichten Kratzern keine Abzüge im Restwert vornehmen. Beim Kauf kann jedoch ein "sehr guter Zustand" bedeuten, dass leichte Kratzer vorhanden sind. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Zustandsbeschreibungen und Bewertungen sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf genau zu prüfen, um Missverständnisse und Enttäuschungen zu vermeiden. Es ist immer ratsam, sich gründlich über die Praktiken und Richtlinien des jeweiligen Anbieters zu informieren, um sicherzustellen, dass Sie das beste Angebot erhalten, egal ob Sie kaufen oder verkaufen.

Weitere Faktoren, die den Restwert beim Verkauf beeinflussen können

Die Bestimmung des Restwerts von IT-Geräten ist nicht nur eine Frage des Alters oder Zustands des Geräts. Es gibt eine Vielzahl weiterer Faktoren, die den Restwert beeinflussen können. Einige dieser Faktoren sind offensichtlich, während andere subtiler sind und oft übersehen werden.

Hier sind einige dieser Faktoren und wie sie den Restwert beeinflussen können:

Absatzmarkt des Dienstleisters: Der Markt, in den ein Dienstleister seine Produkte verkauft, kann einen erheblichen Einfluss auf den Restwert haben. Dienstleister, die direkt an Endverbraucher (B2C) verkaufen, können in der Regel einen höheren Restwert bieten, da sie direkt an den Endverbraucher verkaufen und keine Zwischenhändler beteiligt sind. Im Gegensatz dazu können Dienstleister, die an andere Unternehmen (B2B) verkaufen, einen niedrigeren Restwert bieten, da der Zwischenhändler ebenfalls eine Gewinnerwartung hat.
Beispiel: Ein Dienstleister mit einem Online-Shop, der sich an Endverbraucher richtet, deutet darauf hin, dass er direkt an Privatpersonen verkauft. Dies kann zu einem höheren Restwert führen.

Offenlegung der gesamten Lieferkette: Es ist wichtig zu wissen, wer alles an der Wertschöpfungskette beteiligt ist. Eine längere Kette von Zwischenhändlern oder Subunternehmern kann den Restwert erheblich mindern. Jeder zusätzliche Akteur in der Kette hat seine eigene Gewinnerwartung, was den Restwert für den ursprünglichen Verkäufer verringert.
Beispiel: Ein Unternehmen, das IT-Geräte verkauft, sollte sicherstellen, dass nur der direkte Dienstleister profitiert und keine weiteren Subunternehmer beteiligt sind. Dies verhindert, dass eine "Margenkette" entsteht, bei der mehrere Parteien Anspruch auf Teile des Restwerts haben.

Vermittlungsgebühren und Provisionen: Einige Dienstleister arbeiten möglicherweise mit Vermittlern oder Partnern zusammen, die nicht direkt am Refurbishing-Prozess beteiligt sind. Diese Vermittler erhalten oft eine Provision oder Gebühr für die Vermittlung von Geschäften, was den Restwert weiter verringert.
Beispiel: Ein Unternehmen, das seine IT-Geräte über einen Vermittler verkauft, könnte feststellen, dass der Restwert niedriger ist, da der Vermittler eine Provision für die Vermittlung des Geschäfts erhält.

Datenlöschkosten und ihre Verrechnung

Ein weiterer Aspekt, der bei der Restwertbestimmung berücksichtigt werden sollte, sind die Kosten für die Datenlöschung. Es ist von Vorteil, wenn diese Kosten separat ausgewiesen werden, da sie je nach Menge und Art der zu löschenden Geräte variieren können. Einige Dienstleister können Mengenrabatte anbieten, insbesondere wenn sie in der Lage sind, mehrere Geräte gleichzeitig anzuschließen und in einem einzigen Prozessschritt zu löschen. Dies kann zu erheblichen Kosteneinsparungen führen und den Restwert positiv beeinflussen. Es ist ratsam, vorab zu klären, wie die Datenlöschkosten verrechnet werden, um Überraschungen zu vermeiden und den besten Wert für Ihre IT-Geräte zu erhalten.

Fazit

In der Ära der Nachhaltigkeit stellt das IT-Refurbishing einen entscheidenden Schritt von der linearen zur zirkulären Wirtschaft dar. Durch den Verkauf und Kauf von aufbereiteten Geräten können Unternehmen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch profitieren. Wichtige ISO-Zertifizierungen gewährleisten Qualität und Sicherheit im Refurbishing-Prozess. Bei der Restwertbestimmung spielen neben dem Alter auch technische Spezifikationen eine Rolle. Datenlöschung, insbesondere gemäß BSI-Richtlinien, ist ein unerlässlicher Schritt, um Datenschutz zu gewährleisten. Transport- und Verpackungskosten beeinflussen den Restwert, wobei Transparenz und Klarheit im Voraus entscheidend sind. Schlussendlich bieten Remarketing und Remanufacturing von IT-Geräten Unternehmen die Möglichkeit, ihre IT-Ressourcen optimal zu nutzen, den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Autorin

Silvia Hildebrandt

Im Bereich Circular IT bei Rewion berate ich zur Implementierung einer Kreislaufwirtschaft in der IT. Meine Arbeit reicht von der Analyse des IT-Ressourcenverbrauchs bis zur Implementierung eines IT Lifecycle, der sowohl die…
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