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26. April 2015

Debian 8.0 "Jessie" verfügbar

Debian 8.0 „Jessie“ steht als Stable Release zur Verfügung. Nur rund zwei Jahre hat die Entwicklung gedauert – trotz einiger Turbulenzen im Projekt. 

Debian Jessie unterstützt jetzt neben den bisherigen CPU-Architekturen auch 64-Bit-PPC (ppc64el) und 64-Bit-ARM (arm64). Nicht mehr supportet werden die Architekturen ia64, sparc und s390. Der noch recht neue Linux Kernel 3.16 kommt zum Einsatz und ermöglicht die Nutzung aktueller Hardware.

Jessie bringt systemd als neues Standard-Init-System mit. Die systemd-Suite bietet einige Features wie kürzere Systemstartzeiten, Cgroups für Dienste und die Option, Dienste zu isolieren. Das klassische SysVInit wird allerdings weiter in Jessie verfügbar sein. So bleibt auch bei Aktualisierungen von Debian Wheezy SysV-Init weiter der Standard-Init-Service.

Die mit Wheezy eingeführte UEFI-Unterstützung (Unified Extensible Firmware Interface) wurde mit Jessie stark überarbeitet. Dazu zählen Behebungen von Firmware-Fehlern, UEFI-Unterstützung auf 32-Bit-Systemen und Unterstützung für 64-Bit-Kernel mit 32-Bit-UEFI-Firmware. Diese ist nur auf amd64/i386-Multiarch-Installationsmedien enthalten.

Als Desktop kommt standardmäßig Gnome 3.14 zum Einsatz. Zusätzlich wird Cinnamon, KDE, LXDE, Mate und Xfce angeboten. Unter den Datenbanken ist jetzt auch MariaDB 10.0 vertreten. Zusätzlich gibt es – wie bisher – MySQL 5.5 und PostgreSQL 9.3. Die Netzwerkkonfiguration wird weiter auch über den NetworkManager ausgeführt. Wer lieber auf Kommandozeile arbeiten, kann wie bisher mit /etc/network/interfaces arbeiten.

Zudem kann man jetzt auf sources.debian.net  den kompletten in Debian enthaltenen Sourcecode durchstöbern. Doch kann es schwierig sein, in über 20.000 Quellpaketen genau die richtige Datei zu finden. Daher bietet das Debian-Team nun auch die Codesuche an. Sie ist unter codesearch.debian.net zu finden. Als Ergänzung gibt es ein neues Paket-Verfolgungssystem.

Wie immer gibt es auch mit Debian 8.0 / Jessie jede Menge Software, darunter Apache 2.4.10, Asterisk 11.13.1, GIMP 2.8.14, GNU Compiler Collection 4.9.2, Icedove 31.6.0 (eine umbenannte Ausgabe des Mozilla Thunderbird), Iceweasel 31.6.0esr (eine umbenannte Ausgabe des Mozilla Firefox), KDE-Plasma-Arbeitsbereich und KDE-Anwendungen 4.11.13, LibreOffice 4.3.3, Linux 3.16.7-ctk9, MariaDB 10.0.16 und MySQL 5.5.42, Nagios 3.5.1, OpenJDK 7u75, Perl 5.20.2, PHP 5.6.7, PostgreSQL 9.4.1, Python 2.7.9 und 3.4.2, Samba 4.1.17, Tomcat 7.0.56 und 8.0.14, Xen Hypervisor 4.4.1, die Xfce-4.10-Arbeitsumgebung sowie mehr als 43.000 andere gebrauchsfertige Softwarepakete, die aus fast 20.100 Quellpaketen erstellt worden sind.

Dank der Anstrengungen des Debian-Sicherheitsteams und des Debian-LTS-Teams erhält die neue Version während der nächsten fünf Jahre Sicherheitsunterstützung.

Die Images zum Download für CDs und DVDs gibt es für die unterstützten Plattformen auf der Projektseite. (AH)

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