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30. Mai 2017

Big-Data-Lösungen nicht mehr nur ein Thema für Konzerne

Eine Studie zur Datenanalyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KMP und der Bitkom Research hat gezeigt, dass drei von zehn Unternehmen dank Datenanalysen neue Geschäftsmodelle entwickeln. Big-Data-Analysen können in vielen Branchen bei der Planung von Transportwegen, Reduzierung von Retouren die Arbeit effizienter machen und dabei helfen, Kosten zu sparen. Das größte Problem beim Einsatz von Datenanalysen sind unklare Rechtsgrundlagen, Mangel an qualifiziertem Personal und eine fehlende Strategie.

Big Data ist längst nicht mehr nur ein Thema für Großkonzerne, sondern wird auch für den gehobenen Mittelstand immer interessanter. 62 Prozent der Unternehmen mit 500 bis 1.999 Mitarbeitern gaben an, dass sie Big-Data-Lösungen einsetzen. Vor einem Jahr waren es gerade einmal 44 Prozent. "Big Data ist längst nicht mehr nur etwas für Big Companies. Entscheidungen im Unternehmen auf Grundlage von Erkenntnissen aus einer großen Menge von Daten zu treffen, wird auch für kleinere Unternehmen immer interessanter", sagte Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, bei der Vorstellung der Studienergebnisse.

Für nicht einmal mehr jedes fünfte Unternehmen sind Big-Data-Lösungen kein Thema für das eigene Unternehmen. 41 Prozent gaben an, sie hätten dank Big Data Risiken minimiert, 27 Prozent konnten den Umsatz erhöhen und 19 Prozent Kosten reduzieren. "Die Ergebnisse zeigen, dass Big Data auf die Unternehmensziele einzahlt, es aber kein Selbstläufer ist. Anders als etwa die Automatisierung mit einem Roboter, der sofort Effizienzgewinne liefert, muss Big Data in eine Strategie eingebettet und die gewonnenen Erkenntnisse müssen umgesetzt werden. Das braucht Zeit und den Willen zur Umsetzung durch das Management", sagte Dr. Thomas Erwin, Global Execution Partner Data & Analytics bei KPMG.

Die Fähigkeit, große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen und mit unterschiedlicher Struktur in hoher Geschwindigkeit auszuwerten, ist dabei die Königsdisziplin der Datenanalyse – Datenanalyse umfasst aber deutlich mehr. So lassen sich Erkenntnisse auch auf Grundlage von Daten gewinnen, die vollständig aus dem eigenen IT-System stammen, wie etwa Kundendaten. Drei Viertel (75 Prozent) der Unternehmen geben an, relevante Unternehmensentscheidungen auf Grundlage von Erkenntnissen aus der Analyse von Daten zu treffen. "Daten sind in vielen Branchen von großer Bedeutung, etwa Verkehrs- und Wetterdaten in der Logistik oder anonymisierte Gesundheitsdaten bei der Bekämpfung von Volkskrankheiten. Unternehmen können dadurch nicht alleine Kosten sparen oder effizienter werden, sie können auch völlig neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und auf den Markt bringen", sagte Peter Heidkamp, Head of Technology der KPMG.

Derzeit nutzen 40 Prozent der Unternehmen Datenanalysen vor allem, um ihre Geschäftsentwicklung zu überwachen. Jedes fünfte Unternehmen nutzt Datenanalysen darüber hinaus, um Geschäftsrisiken zu identifizieren und zu managen. Drei Viertel (76 Prozent) der Unternehmen, die Datenanalysen für die Überwachung der Geschäftsentwicklung nutzen, mit den Ergebnissen "sehr" oder "eher" zufrieden. "In den Bereichen Kunden, Personal und Prozesse sehen die Unternehmen auch das größte Potenzial, um künftig mit Hilfe von Datenanalysen einen Mehrwert für das eigene Unternehmen zu schaffen", so Pols.

Nicht alle zeigten sich zufrieden: Nur rund jedes zweite Unternehmen äußert sich zufrieden über die Erkenntnisse durch Datenanalysen rund um die Personalplanung, die Analyse von Bestandskunden und die Identifikation neuer Kunden. Oft fehlt die richtige Strategie, das Personal und die geeigneten Rahmenbedingungen. "Datenanalysen tragen zunehmend zur Wertschöpfung in Unternehmen bei und bieten große Chancen, Daten sind der Schlüssel zur gewinnbringenden Nutzung von Zukunftstechnologien. Wer es schafft, diese Technologien in einer vertrauensvollen Art zu nutzen, wird einen klaren Wettbewerbsvorteil haben.", so Erwin. "Angesichts der großen Unsicherheit in den Unternehmen kann es sinnvoll sein, bei der Nutzung von Datenanalysen auch auf externes Know-how zurückzugreifen."

Eine Präsentation finden Sie hier.

Hinweis zur Methodik:
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG durchgeführt hat. Dabei wurden 709 Unternehmen aller Branchen ab 100 Mitarbeitern befragt. Die Interviews wurden mit Geschäftsführern oder Abteilungsleitern aus den Bereichen Beschaffung/Einkauf/Logistik, Produktion/Projektabwicklung, Marketing/Vertrieb oder Finanzen/Steuern/Controlling geführt. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche Gesamtwirtschaft.

HH

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