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15. Oktober 2014

Anonabox: Mit Kickstarter zur Anonymisierung

Als offenes Hardware-Projekt startet Anonabox: Sie soll für wirklich jeden Nutzer den Internet-Verkehr anonymisiert über das Tor-Netzwerk leiten. Die Idee hat Kickstarter gesprengt!

Tor dient zur Anonymisierung unseres Internet-Verkehrs. Das Anonymisierungsnetzwerk konnte vorallem durch die Enthüllungen von Edward Snowden einen Anstieg an Nutzern erreichen. Meist wird Tor mit dem Browser-Bundle genutzt: Eine angepasste Version des Firefox-Browser leitet den Web-Traffic über das Tor-Netzwerk. Der restliche Verkehr außerhalb des Web-Browsers wird durch diese Lösung nicht anonymisiert.

Mit Tor zur Anonymisierung

Viele Software-Lösungen sind für Onkel Schorch und Tante Grete zu kompliziert. Die neue Ananonabox soll nun mit einer offenen Hardware-Lösung genau hier ansetzen: Die Box wird an den Router geklemmt und dann per LAN-Kabel oder über das WLAN mit den Endgeräten verbunden. Das war's! Das entspricht etwa dem Onion Pi, einer DIY-Lösung auf Raspberry Pi.

Anonabox: Unkomplizierter Tor-Router

Die Anonabox kommt dabei fertig vom Hersteller - anders als die Konfiguration mit Raspberry Pi. Das hat offenbar genau den Nerv vieler Anwender/innen getroffen: Anonabox hatte eine Finanzierung über Kickstarter mit gerade mal 7.500 US-Dollar zum Ziel. Bereits jetzt sind mehr als 500.000 US-Dollar beisammen - und die Kampagne läuft noch bis zum 12.11.2014. 

Anonabox will das Projekt komplett offen legen: Hard- und Software können so von Außenstehenden genau auf Schwachstellen geprüft werden. Das fertige Gerät kostet 66 US-Dollar - Versandkosten nach Deutschland eingeschlossen.

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Aber: Sicher ist, dass nichts sicher ist! Hat ein Angreifer eine ausreichend hohe Anzahl an Exit-Nodes in der Überwachung, kann er möglicherweise den Netzwerk-Verkehr wieder einzelnen Nutzern zuordnen. Laut den von Edward Snowden veröffentlichten Dokumenten soll damit aber selbst der US-amerikanische Geheimdienst NSA noch Schwierigkeiten haben.

Wissenschaftler der amerikanischen Georgetown University gelang es jedoch, die Anonymität von 80 Prozent der teilnehmenden Nutzer in sechs Monaten zu knacken. Sie nutzten hierzu nur ein Tor-Relay.

Weitere Links zur Anonabox

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