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07. Juni 2019

Adesso-Studie: KI in deutschen Unternehmen oftmals nur in Planung

Soll Künstliche Intelligenz in meinem Unternehmen eingesetzt werden? – Mit dieser Frage beschäftigen sich offenbar derzeit viele Unternehmen. Eine neue Studie des IT-Dienstleisters adesso hat sich mit dem Einsatz von KI auseinandergesetzt und stößt dabei in Teilen auf Zurückhaltung.

In der nicht repräsentativen Studie wollte der IT-Dienstleister herausfinden, welche KI-Techniken Unternehmen bereits einsetzen, wo sie die größten Herausforderungen sehen und insbesondere welche Strategien sie verfolgen. Um das herauszufinden wurden rund 330 Entscheider aus unterschiedlichen Branchen befragt.

Das Thema Künstliche Intelligenz ist in den Köpfen angekommen, schließt der IT-Dienstleister adesso. Denn rund 80 Prozent der Befragten gaben an, dass die KI-Techniken wettbewerbsentscheidende Faktoren seien. Zudem schätzen 64 Prozent, dass KI eine unverzichtbare Rolle bei Produktinnovationen spielt. Fast die Hälfte der Befragten gab an, sich in den kommenden drei Jahren intensiver mit KI beschäftigen zu wollen.

Praktische Erfahrungen fehlen

Doch obwohl die Bereitschaft KI einzusetzen groß ist, wurden bisher wenig praktische Erfahrungen gemacht. Immerhin hat mittlerweile jedes fünfte befragte Unternehmen Chatbot-Projekte umgesetzt, bei anderen KI-Anwendungen befinden sich viele erst in der Planungsphase. Auch im Bereich Vertrieb, Marketing und Service erkennen Unternehmen zwar Potential an, setzen es jedoch nicht um. So stimmen 85 Prozent der Aussage zu, dass KI-Verfahren im digitalen Marketing Streuverluste schmälern und sich dadurch Kosten einsparen lassen. Des Weiteren können sich 54 Prozent vorstellen, KI-basierte Empfehlungen für den Fortschritt eines neuen Produktes oder neuer Dienstleitungen zu nutzen – rund ein Drittel haben diesen bereits realisiert oder stecken in der Planung.

Im weiteren Verlauf der Studie wird zudem eines besonders deutlich: Was sich Unternehmen vorstellen können und was Verbraucher wirklich nutzen würden, ist nicht immer identisch. 84 Prozent der Entscheider aus dem Gesundheitswesen sind daher davon überzeugt, dass Verbraucher KI-gestützte Gesundheitsprogramme in Anspruch nehmen würden. Verbraucher jedoch reagieren weitaus zurückhaltender (38 Prozent) auf diese Frage. In der Finanzbranche sieht das ganz ähnlich aus: Hier glauben 76 Prozent der Entscheider, dass Bankkunden ihre Geldanlagen einer KI-Anwendung anvertrauen würden, allerdings würden nur knapp ein Drittel ein solches System nutzen wollen. Der Zuspruch in der Versicherungsbranche ist deckungsgleicher: Ein rein virtuelles Versicherungsangebot ohne Menschen, dafür mit KI, können sich 80 Prozent der Experten für ihre Kunden vorstellen, 46 Prozent stimmen zu.

Qualifizierte Experten sind gefragt

Die Untersuchung zeigt jedoch auch, dass grundlegend von einer guten Stimmung unter deutschen Verbrauchern auszugehen ist. 83 Prozent sind davon überzeugt, dass KI und Roboter zukünftig lästige Aufgaben übernehmen könnten und dadurch das Leben erleichtern. 61 Prozent glauben, dass KI ihnen persönlich Vorteile bringen wird.

Wie und ob KI-Projekte in Deutschland erfolgreich seinen werden, liegt vor allem an qualifizierten Mitarbeitern. Denn deutschen Unternehmen fehlt es oftmals an KI-Skills. Dieses Umstands sind sich Führungskräfte bewusst und gaben an, ihre eigenen Mitarbeiter in Zukunft fit für das Thema zu machen. 44 Prozent gaben an, entsprechend qualifizierte Experten einzustellen.

Die vollständige adesso-Studie ist gegen eine Registrierung kostenlos hier abrufbar. Die Studie verteilt sich auf zwei Befragungen. Zum einen in die Auswertung der Entscheider-Befragung und zum anderen in die Untersuchung einer weiteren Befragung von über 1.000 Verbrauchern. Der zweite Teil ist bereits früher erschienen und kann hier eingesehen werden.

LG

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