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25. November 2019

KI-Studie: Die 500-Milliarden-Euro-Chance

Wie groß sind die wirtschaftlichen Potenziale von Künstlicher Intelligenz in Deutschland? Eine neue Studie untersuchte, was KI in der Wirtschaft verändert kann und wo bereits investiert wird.

Künstliche Intelligenz wird die Wirtschaftsleistung in Deutschland enorm steigern – zumindest laut einer gemeinsamen Studie des Verbands der Internetwirtschaft (eco) und der Unternehmensberatung Arthur D. Little, die nun in Köln veröffentlich wurde. Der Fokus der Studie liegt dabei darauf, wie bestehende Ansätze in deutschen Unternehmen durch den Einsatz von KI verbessert werden können. Denn sollten Unternehmen KI flächendeckend einsetzen, sei ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von über 13 Prozent bis 2025 (im Vergleich zu 2019) realistisch. Die Autoren der Studie gehen soweit, dass sie von einem Gesamtpotenzial der systematischen KI-Anwendungen von rund 488 Milliarden Euro sprechen. Dabei entfielen 330 Milliarden Euro (70 Prozent) auf Kosteneinsparungen und 150 Milliarden Euro (30 Prozent) auf Umsatzpotenziale.

Anwendungsfehler KI

Beim Wort "Kosteneinsparungen" fürchten viele um ihren Arbeitsplatz. Laut der Studie sei die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust durch KI in den meisten Fällen jedoch unbegründet. "Über 70 Prozent der Anwendungen sind dabei bis 2025 unterstützend für den Menschen im Einsatz. KI ersetzt also nicht die Mitarbeiter, sondern stärkt in Kombination mit Mitarbeitern die Wertschöpfung und die Wettbewerbsposition", äußert sich Lars Riegel, KI-Experte bei der internationalen Beratung Arthur D. Little und Co-Autor der Studie. In bestimmten Bereichen werde die Leistungsfähigkeit von KI-Technologie zwar die menschlichen Fähigkeiten überbieten, zum Beispiel bei der Spracherkennung, der Identifizierung von Objekten oder Sprachübersetzungen, jedoch liege in anderen Bereichen das "Perfomance-Potenzial" der KI-Systeme deutlich unterhalb der menschlichen Leistungsfähigkeit. Als Beispiel wurde etwa die Software-Entwicklung beim autonomen Fahren genannt.

150 Anwendungsfälle von KI wurden in der Studie untersucht, vom automatisierten Einkaufen bis hin zur Dokumentendigitalisierung im Bereich Finanzen und Buchhaltung. 50 Anwendungsfälle wurden schlussendlich detaillierter besprochen. Besonders großes Potenzial bietet die Branche "Handel und Konsum" sowie "Energie, Umwelt und Chemie" mit jeweils knapp unter 100 Milliarden Euro.

Potenziale ausschöpfen

Der Appell der Studienautoren ist deutlich: Deutschland muss für eine erfolgreiche Einführung von KI-Technologie zügig handeln und politischen Rückenwind bekommen. Die von der Bundesregierung Ende 2018 vorgestellte nationale KI-Strategie müsse nun zügig umgesetzt und weiter konkretisiert werden. "Wir beobachten, dass Unternehmen in Deutschland KI-Technologien bislang noch sehr zaghaft nutzen. Ein längeres Zögern und Hadern beim Einsatz von KI in den jeweiligen Unternehmensprozessen kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland aber nicht länger leisten", sagt eco-Vorstandsvorsitzender Oliver J. Süme. "Im internationalen Wettbewerb müssen wir jetzt mit Offenheit und Experimentierfreude sowohl seitens der Internetwirtschaft als auch der Anwenderindustrien voranschreiten und KI in unseren Schlüsselbranchen der Wirtschaft implementieren. Nur so werden wir von diesem Technologieeinsatz schnellstmöglich profitieren und durch unsere Erfahrungen hieraus neue Geschäftsmodelle generieren", so Süme.

Die komplette Studie finden Sie als Download hier.

LG

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