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09. Juli 2015

Produktionscontrolling gewinnt an Fahrt

Die Geschäftsleitung vieler Fertigungsunternehmen erwartet ein systematisches Controlling der Produktionsprozesse, um eine bessere Transparenz der Leistungsqualität zu erlangen. Allerdings fehlt es nach einer Vergleichserhebung der FELTEN Group häufig noch an den methodischen Verfahren und der technischen Unterstützung, hier haben sich die Firmen in den letzten zwei Jahren nur langsam vorwärts bewegt.

„Was sich als Selbstverständnis in den Business-Abteilungen schon seit längerer Zeit etabliert hat, setzt sich auch zunehmend in der Produktion durch“, sieht Alexander Kleimann, Senior Consultant bei der FELTEN Group, einen wachsenden Trend zum Produktionscontrolling auf Basis systematischer Analyseverfahren. Dies resultiert nicht zuletzt aus Initiativen der Geschäftsleitung, die sich ein aussagekräftiges Bild der Effizienz in der Fertigung und wirkungsvolle Instrumente zur Optimierung wünscht. 

So geben in der Erhebung 45 Prozent der befragten Unternehmen an, dass in jüngster Zeit seitens des Top-Managements verstärkt Fragen nach einem Produktionscontrolling gestellt werden. Das ist im Vergleich zu 2013 eine doppelt so hohe Quote, gleichzeitig wird es in 27 Prozent der Firmen schon länger erwartet und spüren weitere 17 Prozent bereits, dass dieses Thema bald an sie heran getragen wird.

Allerdings bestehen noch längst nicht in gleichem Maß die notwendigen Voraussetzungen, um ein systematisches Produktionscontrolling durchführen zu können. Denn auch wenn gegenüber 2013 in mancherlei Hinsicht leichte Verbesserungen festzustellen sind, sieht sich erst jedes fünfte Fertigungsunternehmen vollständig dazu in der Lage. Alle anderen können diese Anforderung nur mit unterschiedlich großen Einschränkungen oder gar nicht realisieren. Vor allem fehlt es ihnen in drei von fünf Fällen an einer technischen Unterstützung und den Analyse-Verfahren, um die Leistungswerte der Produktion messen und für Optimierungsmaßnahmen auswerten zu können. Ebenso mangelt es unverändert an angemessenen Kennzahlensystemen. 

Andererseits sind auch positive Anzeichen für eine wachsende Akzeptanz des Produktionscontrollings festzustellen. So wird dessen Nutzen nur noch von 29 Prozent infrage gestellt, vor zwei Jahren waren es noch 11 Prozent mehr. Ebenso deutlich sind die Vorbehalte auf der Mitarbeiterseite gesunken und die Controlling-Kompetenzen gestiegen. Außerdem wird von weniger Produktionsmanagern angeführt, dass sie nicht über genug personelle Ressourcen für die Controlling-Aufgaben verfügen würden.

„Es mehren sich zwar die positiven Anzeichen für ein Umdenken, über das Produktionscontrolling die ungenutzten Potenziale zu identifizieren“, sieht Kleimann Licht am Horizont. Aber etablierte Kennzahlenmethoden wie OEE (Overall Equipment Effectiveness) würden noch längst nicht die notwendige Verbreitung finden. Sie ermittelt über die Maschinen- und Betriebsdaten hinaus auch die Prozessdaten, so dass ein umfassendes Bild der Performance generiert wird. Konkret macht die OEE eine Aussage darüber, in wie viel Prozent der eingeplanten Zeit die Anlagen qualitativ anforderungsgerechte Produkte in maximaler Geschwindigkeit produziert haben. „Das OEE-Management ermittelt aber nicht nur das aktuelle Leistungsniveau, sondern verweist gleichzeitig auf Maßnahmen zur Beseitigung der ermittelten Schwächen“, betont der FELTEN-Consultant. „Erst in dieser Kombination entsteht der eigentliche Nutzen von OEE-basierten Lösungen.“ (AH)

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