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17. Juni 2015

Start-ups und etablierte Unternehmen: Studie zur Zusammenarbeit

Die Kooperation zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen verspricht beiden Seiten viele Vorteile. Das belegt eine gemeinsame Umfrage von Microsoft und den Gründer-Magazinen The Hundert und Berlin Valley. Doch in vielen Fällen verhindern Vorurteile und falsche Erwartungen die Zusammenarbeit. Demnach halten Unternehmen Start-ups häufig für chaotisch oder unzuverlässig. Aus der Sicht von Start-ups sind etablierte Unternehmen schwerfällig und entscheidungsschwach.

Auf dem Weg in das Digitale Wirtschaftswunder braucht Deutschland neben leistungsfähigen Konzernen und einem starken Mittelstand auch eine lebendige Gründerszene. Start-ups sind ein wichtiger Motor für Innovationen und unverzichtbarer Treiber der digitalen Transformation. Doch laut aktuellem Länderbericht des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) hinkt Deutschland beim Gründungsgeschehen deutlich hinterher. Zudem gründen die Deutschen demnach vergleichsweise häufig „aus der Not heraus“. Kommen in den USA auf einen Gründer mangels Erwerbsalternative rund 60 „Chancen-Gründer“, so sind es in Deutschland gerade mal drei Gründer, die an eine echte Marktchance glauben. 

Gründer: Eine Quelle der Inspiration 

„Start-ups und etablierte Unternehmen können enorm voneinander profitieren“, betont Peter Jaeger, der als Senior Director Developer Experience and Evangelism (DX) und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland auch den Berliner Accelerator des Unternehmens verantwortet. „Gründer, die die digitale Transformation mit Mut und Entschlossenheit, Offenheit, Experimentierfreude und technologischem Know-how vorantreiben, sind eine wertvolle Quelle der Inspiration für bestehende Firmen“, so Jaeger. Dass in vielen Fällen jedoch Vorurteile und falsche Erwartungen die Zusammenarbeit behindern, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage, die die Gründer-Magazine The Hundert und Berlin Valley unter 70 Gründern und 39 etablierten Unternehmen im Auftrag von Microsoft durchgeführt haben.

Start-ups befürchten Geschwindigkeitsverlust 

So beklagen rund 40 Prozent der etablierten Unternehmen unrealistische Vorstellungen seitens der Gründer in Bezug auf Kooperationsmöglichkeiten. Umgekehrt befürchten zwei Drittel der Gründer einen Geschwindigkeitsverlust durch die Zusammenarbeit. Und jedes zweite Start-up sieht fehlenden Mut sowie eine zu geringe Innovationsfreude seitens der etablierten Unternehmen als Hindernis für eine Kooperation. Überdies begegnet jeder vierte Gründer dem Vorurteil, Start-ups seien chaotisch sowie unzuverlässig und überschätzten ihre eigene Leistungsfähigkeit. Jeder zweite Gründer sieht sich mit dem Vorurteil konfrontiert, dass sie zu schnell wieder vom Markt verschwinden. Umgekehrt herrscht auf Seiten der Start-ups häufig das Vorurteil, etablierte Unternehmen seien schwerfällig. 

Unternehmen können von Innovationen profitieren

Dennoch sehen beide Seiten grundsätzlich die Vorteile einer Zusammenarbeit. Laut Umfrage versprechen sich 80 Prozent der Start-ups vor allem einen Image- und Vertrauensgewinn durch bekannte Partner. Nahezu zwei Drittel der befragten Gründer sehen zudem eine bessere Kundenvernetzung sowie eine schnellere Markterschließung als große Chancen. Mehr als 90 Prozent der etablierten Unternehmen wollen von Innovationen der Start-ups profitieren, drei Viertel erhoffen sich mehr Inspiration. So auch Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Stahlhändlers Klöckner & Co: „Digitalisierung heißt für uns in erster Linie Vernetzung – im Unternehmen selbst, mit Lieferanten und Kunden, aber auch mit innovativen Start-ups. Damit sind auch Veränderungen des bestehenden Geschäftsmodells verbunden.“ Rühl hat seinen Arbeitsplatz sogar vorübergehend in das Berliner betahaus verlegt, um sich von dort ansässigen Start-ups inspirieren zu lassen. „Das war eine enorm wertvolle Erfahrung“, so Rühl.
Microsoft setzt sich in Deutschland seit langem mit verschiedenen Programmen für Gründer ein – allen voran mit seinem Accelerator am Berliner Standort. „Das Vorurteil, dass Großkonzerne nicht mit unserem gewohnten Tempo mithalten, hat sich bei uns und bei Microsoft zu keiner Zeit bestätigt“, erklärt Sensorberg-Gründer Alexander Oelling. Das von Microsoft geförderte Start-up entwickelt unter anderem Software zur Beacon-Fähigkeit von Apps, damit Einzelhändler Werbung direkt aufs Smartphone schicken können. Jüngst haben beide Unternehmen erfolgreich bei der Erweiterung zur Beacon-Fähigkeit von Windows 10 zusammengearbeitet. „Junge Start-ups wie Sensorberg bringen neue Produkte, Services und Geschäftsmodelle hervor – und beleben damit den Wettbewerb“, erklärt Microsoft-„Gründerchef“ Peter Jaeger. „Sie sind damit Innovationsmotor für die digitale Transformation und zugleich Ansporn für viele etablierte Unternehmen, um sich aus der Zufriedenheitsfalle zu befreien.“ 

Die Umfrage wurde von Microsoft Deutschland gemeinsam mit The Hundert und Berlin Valley durchgeführt. Die Ergebnisse finden Sie hier. (AH)

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