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19. Dezember 2018

82.000 offene Stellen für IT-Spezialisten

In Deutschland gibt es derzeit 82.000 offene Stellen für IT-Speziallisten. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab außerdem, dass IT-Jobs meist fünf Monate vakant bleiben.

Der IT-Fachkräftemangel nimmt neue Dimensionen an. Schon im vergangenen Jahr waren 55.000 Jobs offen, nun sind es im Jahr 2018 rund 82.000 Stellen. Bei der aktuellen Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte befragte Bitkom 855 Geschäftsführer und Personalverantwortliche in Unternehmen aller Branchen. Dabei kam heraus, dass acht von zehn (82 Prozent) Unternehmen aktuell einen Mangel an IT-Spezialisten zu verzeichnen haben. 2017 waren es noch zwei von drei (67 Prozent).

Unternehmen glauben an keine schnelle Verbesserung

Auch den Blick in die Zukunft sehen die Unternehmen eher kritisch. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die Zahl der unbesetzten Stellen weiter steigen wird. Sechs von zehn (59 Prozent) Unternehmen erwarten, dass der Fachkräftemangel sich verschärfen wird. Denn auch die Personalsuche gestaltet sich oftmals schwierig: Im Schnitt dauert es fünf Monate, eine offene IT-Stelle zu besetzen. 31 Prozent der befragten Unternehmen berichten, dass IT-Jobs weitaus langsamer vergeben werden können als andere Positionen. "Quer durch alle Branchen werden IT-Spezialisten händeringend gesucht", erkzählt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Auch in vielen klassischen Berufen steigen die Anforderungen an die Digitalkompetenz. Diese Entwicklung zeigt sich in der rasant wachsenden Zahl vakanter IT-Jobs." Zudem glaubt Rohleder, dass ein weiter ansteigender Fachkräftemangel eine deutliche Wachstumsbremse hervorrufen wird: "Jede offene Stelle bedeutet einen Verlust. Einen Verlust von Wertschöpfung, ein Weniger an Innovationen – und das gilt schon lange nicht mehr nur für die IT-Branche, sondern die gesamte Wirtschaft und den öffentlichen Bereich."

Wer hat die besten Aussichten auf dem IT-Arbeitsmarkt?

Die besten Chancen, einen Job zu bekommen, haben Softwareentwickler. 29 Prozent aller befragten Unternehmen mit mindestens einer offenen IT-Stelle suchen Programmierer. Projektmanager (17 Prozent), Anwendungsbetreuer (13 Prozent), Qualitätsmanager (9 Prozent) und Sicherheitsexperten (8 Prozent) werden außerdem benötigt. Zudem lässt sich ein Trend für vergleichsweise neue Jobs feststellen. Etwa 7 Prozent suchen Data Scientists und 6 Prozent Virtual-Reality-Designer.

Zu hohe Gehaltsvorstellungen der Bewerber

Die teilnehmenden Unternehmen gaben an, dass die Besetzung von IT-Stellen vor allem am Geld, aber auch an fehlender Qualifikation und Kompetenz scheitern würde. Zudem äußerten die Befragten, dass durch die starke Nachfrage nach IT-Spezialisten auch die Gehaltsvorstellungen der Bewerber ansteigen. Vier von zehn (38 Prozent) berichteten, die Bewerber forderten zu viel Gehalt. 38 Prozent bemängeln fehlende fachliche Qualifikation, rund 35 Prozent vermissen Soft Skills wie etwa Sozialkompetenzen. Erst danach rangieren mangelhafte Testergebnisse im Auswahlverfahren (24 Prozent).

Welche Plattform ist die wichtigste für Job-Angebote?

Onlinebewerbungen sind nicht mehr wegzudenken. 92 Prozent der Unternehmen setzen daher auf ihre eigene Webseite beziehungsweise eine zugehörige Karriereseite. 70 Prozent suchen über die Arbeitsagentur nach passenden Mitarbeitern. Etwa genauso viel (69 Prozent) verlassen sich auf persönliche Kontakte. Des Weiteren nutzt jedes zweite Unternehmen Online-Stellenbörsen oder Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn, jedes vierte sucht über Social-Media-Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Der Schritt in Richtung Online-Medien und direkte Kontakte wird wichtiger, denn ein zunehmendes Wachstum bei Online-Stellenbörsen ist zu beobachten. Börsen wie Monster oder Stepstone (69 Prozent), Karrieremessen (61 Prozent), Personalvermittlungen beziehungsweise Headhunter (54 Prozent) und Kooperationen mit Hochschulen und deren Netzwerken (51 Prozent) bekommen immer Anmeldungen. Klassische Kanäle wie Zeitungen (87 Prozent), Fachmagazine (70 Prozent) und die Arbeitsagentur (45 Prozent) werden hingegen zukünftig weniger Zulauf erhalten prognostizieren Unternehmen.  

LG

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