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28. Februar 2018

IT-Freelancer und die Altersarmut

Risikogruppe IT-Freiberufler: ausgebeutet, schlechter Lohn und stark betroffen von Altersarmut. Ist die Lage wirklich so schlecht im IT-Bereich? Eine am Donnerstag veröffentlichte repräsentative Studie von Allensbach räumt mit den Vorurteilen in der IT-Branche auf.

Selbständige IT-Spezialisten sehen ihre wirtschaftliche Lage überwiegend positiv: Rund die Hälfte der Befragten beurteilten die eigene wirtschaftliche Lage als sehr gut, weitere 40 Prozent als gut. Nur lediglich zwei Prozent bezeichnen sie als schlecht. Auch beim Einkommen zeichnet sich ein deutliches Stimmungsbild ab: 95 Prozent gaben an, zufrieden mit ihrem Lohn zu sein.

Stundensatz breit gefächert

Beim Stundensatz sind deutliche Unterschiede zu erkennen: Er liegt etwa zwischen 50 und 130 Euro, im Durchschnitt bei 83 Euro. Das ist ein Tagessatz von 779 Euro. Nur sieben Prozent der Befragten hat in den letzten zwölf Monaten einen Stundensatz von unter 60 Euro abgerechnet. Im Schnitt kommen IT-Freiberufler auf 186 Arbeitstage im Jahr, gerechnet auf Basis von 8-Stunden-Tagen. Das verfügbare Netto-Monatseinkommen liegt laut Allensbach-Analyse nach Abzug von Steuer, Krankenversicherung und Betriebsausgaben, im Durchschnitt bei 4700 Euro – deutlich mehr als ihre angestellten Kollegen. Bei knapp jedem Achten sind es weniger als 2000 Euro, bei jedem Zehnten Freiberufler mehr als 8000 Euro.

Sparen fürs Altern

IT'ler sichern sich Rücklagen: Über 80 Prozent haben vor ihrer Selbständigkeit bereits Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erworben, durchschnittlich sind das 672 Euro im Monat. 13 Prozent zahlen außerdem freiwillig im Schnitt 433 Euro weiter ein. 31 Prozent der Freelancer haben Ansprüche aus einer Rüruprente, 16 Prozent auf eine Riesterrente. 38 Prozent haben weitere private Rentenversicherungen, auf die später zurückgreifen können. Dazu kommen oft noch Kapitalanlagen wie Sparguthaben, Immobilien und Wertpapiere. Rund 22 Prozent verfügen sogar über ein Nettovermögen von mehr als 500.000 Euro.

Im Hinblick auf das eigene Alter sehen IT-Freelancer ihre finanzielle Situation überdurchschnittlich positiv. Dabei blicken jüngere Freiberufler sehr viel optimistischer in die Zukunft, als ihre älteren Fachkollegen. Rund die Hälfte erwartet, genug Geld zur Verfügung zu haben und sich finanziell keine Sorgen machen zu müssen. Weitere 41 Prozent gehen von davon aus, sparsamer leben zu müssen, aber mit dem Geld auszukommen.

Die Studie: Das Institut für Demoskopie Allensbach stellte den Auftrag für die Studie der Allianz für selbständige Wissensarbeit (ADESW). Für die Untersuchung wurden voriges Jahre über 1.500 freiberufliche IT-Experten aus Deutschland online befragt. Beim Vorgehen der Studie hatten zuvor Marktforscher eine Zufallsstichprobe von 16.000 Spezialisten per E-Mail angeschrieben, die in den Datenbanken der Mitgliedsunternehmen des Vereins gelistet waren. Durch Filterfragen stellten sie sicher, dass ausschließlich selbständige Solo-Unternehmer in die Auswertung einflossen. Angesichts von insgesamt rund 100.000 IT-Freelancern in Deutschland kann die Studie als repräsentativ gelten.

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