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08. Oktober 2018

Reisen in der Kapsel

Mittels einer Kapsel durch eine Vakuum-Röhre transportiert werden: Keine Szene aus einem Science-Fiction-Film, sondern vielleicht bald wahr werdende Realität. Das Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies stellt die rund 30 Meter lange Hyperloop-Kapsel vor.

Die erste Kapsel ist fertig: Quintero One wiegt fünf Tonnen, ist 32 Meter lang und soll das Transportmittel der Zukunft werden. 21.000 Stunden Ingenieursarbeit stecken in der Entwicklung, gebaut wurde der Prototyp in Südspanien von dem neu gegründeten Unternehmen Airtificial. Die Grundkonzepte vom Hochgeschwindigkeits-Transportmittel stammen von Elon Musk. Vor vier Jahren warb der Milliardär bereits erstmals mit dem Transportsystem.

1.200 Kilometer pro Stunde

Quintero One besteht aus dem neuen Verbundmaterial Vibranium, eine Anspielung an den Marvel-Comic Captain America. Es besteht aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und soll sehr leicht und stabil sein. Durch Sensoren, die überall im Material zu finden sind, kann die Kapsel Daten wie etwa Temperatur, Stabilität oder Unversehrtheit erfassen. Zudem soll das neue Verkehrsmittel effizienter sein als Eisenbahnen oder Flugzeuge. Mit 1.200 Kilometern pro Stunde sollen Passagiere durch eine Röhre rasen, in der ein Unterdruck herrscht. Eine Strecke von San Francisco nach Los Angeles könnte so in 30 Minuten überwunden werden. Den Unterdruck beizubehalten kostet knapp 25 Kilowatt die Stunde, der Energieverbrauch wäre daher sehr gering. Des Weiteren soll die Stromquelle aus umweltfreundlichen Ressourcen gewonnen werden – etwa durch Solarpanels, welche auf den Röhren selbst montiert werden können. Diese könnten jedoch nur Sonnenlicht einspeisen, wenn sie oberirdisch verlaufen. Erste geplante Verbindungen gebe es daher in Abu Dhabi. Eine zweite Strecke soll in China entstehen und zwar in einer bergigen Region, in der Tunnel nötig sind. Der erste Hyperloop soll in drei Jahren testweise unterwegs sein und in fünf Jahren in den Passagiereinsatz starten. Zunächst soll jedoch auf einer Teststrecke im französischen Toulouse weiter geforscht werden. Dort soll in einer 320 Meter langen Vakuumröhre mit einem Durchmesser von vier Metern die Quintero One getestet werden. Außerdem werden weitere Transportkapseln im südspanischen Puerto de Santa Maria gebaut.

Strecken in Europa seien zunächst in naher Zukunft nicht geplant. Die Entwickler gehen davon aus, dass das Projekt nach acht bis zwölf Jahren wirtschaftlich läuft. Erst dann würde man über ein Streckennetz in Europa nachdenken.

LG

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