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Thomas Joos 01. Dezember 2014

BVSI aufgelöst – Deutscher Bundesverband Informationstechnologie für Selbständige e.V. (DBITS) gegründet

Seit 1997 hat der Bundesverband Selbständiger in der IT e.V. (BVSI) freiberufliche IT-Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen beraten. Doch das ist Geschichte, den BVSI gibt es nicht mehr: Der Verband wurde aufgelöst, nachdem bereits aufgrund interner Probleme mehr als ein Viertel der Mitglieder ausgetreten war. 

Es gibt aber eine Alternative, nämlich den Deutschen Bundesverband Informationstechnologie für Selbständige e.V. (DBITS) [1], der von ehemaligen Mitgliedern des BVSI gegründet wurde. Die Auflösung des BVSI hat sich bereits seit mehreren Jahren abgezeichnet, immer mehr Mitglieder haben schließlich den Verband verlassen. Auch viele Leiter des Verbandes haben dem BVSI mit dem Plan den Rücken gekehrt, eine bessere Vertretung für Freiberufler in der IT zu gründen.

Der neue Verband für Freiberufler und IT-Selbständige ist die berufsständische Vertretung aller selbständigen IT-Unternehmer in Deutschland. Mitglied kann jeder Freiberufler werden, aber auch Gesellschafter einer GmbH. Allerdings nimmt der Verband keine Projektvermittler auf, die selbst IT-Freelancer anderen Unternehmen vermitteln. 

Der DBITS möchte sich nach eigenen Angaben für die Verbesserung der wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit von selbständigen IT-Unternehmern einsetzen. Er soll die Interessen der Mitglieder sowohl auf regionalpolitischer als auch auf bundespolitischer Ebene vertreten.

Mehrwert des IT-Berufsverbandes für Mitglieder

Im Fokus des neuen Verbandes soll die Interessenvertretung für IT-Freiberufler stehen sowie das seit Jahren bekannte Problem der Scheinselbständigkeit. Hier versucht die neue Gemeinschaft effizienter zu arbeiten als der BVSI. Neben diesem eher zukunftsorientierten Thema gibt es aber auch bereits jetzt Mehrwerte bei der Mitgliedschaft.

So gibt es eine Zeitung für Mitglieder: Das IT Freelancer Magazin [2], das seit Ausgabe 05/2014 unter dem Namen IT Job Magazin geführt wird. Dieses nimmt sich den häufigsten Fragen von IT-Freelancern an:

  • Wie komme ich an Aufträge?
  • Was muss ich im Vertrag beachten?
  • Welche Steuern muss ich zahlen und welche nicht?
  • Wie verbessere ich mein Marketing?

Die Zeitschrift soll sechs Mal im Jahr auch als E-Paper erscheinen. Außerdem will der neue Verband bei der Gestaltung des Internetauftritts von Freelancern helfen und Profiloptimierungen durch die Karriereberaterin Svenja Hofert [3] bieten. Laut dem Vorstand des neuen Verbandes sollen mehr Experten gewonnen werden, die auch bei Rechtsfragen helfen sollen.

Wo will der DBITS hin?

Geht es nach einem der wichtigsten Gründer, Michael Grüne, ehemaliger Leiter des Arbeitskreises Projektmanagement beim BVSI, soll der neue Verband in ein paar Jahren mindestens genauso viele Mitglieder haben wie sein Vorgänger. Allerdings müssen Mitglieder auch beachten, dass der neue Verband ehrenamtlich arbeitet. Das heißt, die Mitarbeiter können nur begrenzt Energie in die Weiterentwicklung stecken. Der DBITS will vor allem der Interessenvertreter von IT-Freiberuflern werden, also für Einzelkämpfer im IT-Markt. Ob das auf Dauer Erfolg bringt, muss die Zukunft zeigen.

Was bringt der DBITS?

Freiberufler, die sich vom DBITS erfolgreiche Projektvermittlung erhoffen, werden schnell enttäuscht sein. Ein Verband wie der DBITS, kann nur flankierend zur Seite stehen, er ist kein Wasserträger zum beruflichen Erfolg. IT-Freelancer, die auf der Suche nach Projekten sind, sollten sich auf diese Suche konzentrieren und erst dann Mitglied einer Interessengemeinschaft werden, wenn das eigene Geschäftsmodell funktioniert.

Neben dem DBITS gibt es weitere Verbände, wie BITKOM oder der Verband der Selbständigen und Freiberufler e.V.. Mit etwas Internetrecherche lassen sich schnell zahlreiche Arbeitskreise für Freiberufler finden. Natürlich ist die Interaktion und Kommunikation mit anderen Freiberuflern wichtig und kann echten Mehrwert bringen.

Ob die Mitgliedschaft in einem Verband ebenfalls einen solchen Mehrwert bringt, können interessierte Freelancer durchaus testen, denn 10-20 €/Monat halten sich in Grenzen. Nur zu viele Hoffnungen sollten potentielle Mitglieder nicht entwickeln, wie das Schicksal des BVSI und anderer Verbände zeigt. Ein Freiberufler ist Unternehmer, er trägt die Verantwortung für sein eigenes, wenn auch kleines, Unternehmen. Diese Verantwortung kann ein Verband keinem abnehmen.

12.12.2014 14:06 Uhr - Anmerkung der Redaktion

  • In der ursprünglichen Version des Artikels wurde angegeben, Leiter und Vorstände des ehemaligen " Bundesverband Selbständiger in der IT e.V. (BVSI)“ hätten den neuen Verband "Deutschen Bundesverband Informationstechnologie für Selbständige e.V. (DBITS) „ gegründet. Richtig ist, dass aus dem BVSI zahlreiche Mitglieder aufgrund interner Probleme ausgetreten sind. Der neue Verband wurde nicht von ehemaligen Leitern und Vorständen gegründet. Vielmehr erfolgte die Gründung durch ehemalige Mitglieder des BVSI, die im neuen Verband einiges besser machen möchten.
  • Das "IT Freelancer Magazin" wird seit Ausgabe 05/2014 unter dem Namen "IT Job Magazin" weitergeführt.
Autor

Thomas Joos

Thomas Joos ist selbstständiger IT-Consultant, schreibt Fachbücher und berät Unternehmen in den Bereichen Active Directory, Exchange Server und IT-Sicherheit.
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